Verhalten von Pferden

hast du dich auch schon mehrmals gefragt, warum dein Pferd bestimmte Dinge macht, die dir gar nicht gefallen? Warum reagiert es total über, wenn du mit ihm alleine ins Gelände möchtest? Wieso wiehert es nach seiner Herde? Schubst dich, überrennt dich sogar und reißt sich dann los. Oder es bleibt einfach stehen, vielleicht zieht es dich auch ins Gras und hat absolut keine Lust mit dir weiter zu gehen? Vielleicht musst du erst gar nicht ins Gelände gehen und dein Pferd fängt das schon an, wenn du aus dem Stall kommst. An sicheres Ausreiten oder auch nur Spazieren gehen ist erst gar nicht zu denken…was bedeutet all dieses Verhalten von Pferden?

Warum machen die Pferde das?

Pferde sind von Natur aus Fluchttiere. Deshalb hat die für sie die Sicherheit die aller oberste Priorität. Dies in einem Ausmaß, wie es sich die meisten Menschen gar nicht vorstellen können. Stell dir einmal vor, du wärst ein Beutetier, welches sich nur von Gras ernährt. Du brauchst nur den Kopf zu senken und schon geht es los mit dem Fressen. Das hört sich mühelos an, so einfach an Futter zu kommen. Doch dies hat seinen Preis. Du bist groß, athletisch und bestehst aus leckerem Muskelfleisch… Ja und dann gibt es die Raubtiere, die auch Hunger haben. Die Evolution hat es anders mit ihnen geplant. Anstatt große Mengen an pflanzlicher Nahrung zu sich zu nehmen, haben sie sich auf nahrhafte fleischliche Nahrung spezialisiert… Pferde haben eine 1.000-fach höhere Angst als Menschen. Jeden Moment ihres Lebens überprüfen sie auf Überlebens-Sicherheit als aller erstes… Erst dann kommt der Rest.

Gibt es Unterschiede?

Natürlich gibt es unter den Pferden unterschiedlich stark ausgeprägte Typen. Es gibt die ängstlichen und die dominanten Charaktere. Die schwierigsten sind die, die zwischen diesen beiden Ausprägungen sehr schnell hin-und-her wechseln. Diese Persönlichkeitsmerkmale sind Veranlagungen von Geburt aus. Die eher unsicheren Tiere möchten nicht mit dem Menschen irgendwohin gehen, da sie im nicht Vertrauen. Sie brauchen unbedingt eine Führungspersönlichkeit, die auf sie aufpasst und vor all den Gefahren beschützen kann. Haben diese Pferde den Eindruck, der Mensch ist dazu nicht in der Lage, werden sie in oben beschriebener Art und Weise reagieren. Ihr wichtigstes Ziel ist in diesen Momenten, so schnell wie möglich zurück zur sicheren Herde zu kommen.

Dann gibt es da noch das dominante Verhalten von Pferden…

Nicht jedes Pferd tendiert zu großer Ängstlichkeit. Da gibt es die selbstsicheren, coolen und neugierigen Pferde. Sie testen ihren Menschen ständig aus, wer von ihnen nun wirklich der Ranghöhere ist. So „spielen“ sie diese förmlich aus. Das tun sie, indem sie schubsen, zwicken, beißen, bocken, steigen…Denn genau das machen sie auch mit ihren Artgenossen beim Spiel. Der, wo bewirken kann, dass der andere weicht, hat das Spiel gewonnen. Der Ranghöhere gewinnt fast immer. Ok, ab und zu lassen sie auch den Rangniederen gewinnen, damit dieser nicht die Lust am Spiel verliert. Doch die Regeln machen immer die Ranghohen. Es gibt auch Pferde, die am aktiven Spiel gar nicht so ein großes Interesse haben. Diese checken den Rang dadurch, dass sie einfach ins Gras ziehen und fressen. Dabei fällt es dem Besitzer oft schwer, das Pferd hiervon wieder abzubringen. Sie spielen einfach das „Gras-fressen-Spiel“ aus. Dominate Pferde tun einfach, was ihnen gefällt. Solange der Mensch Unterhaltung und Futter bringt ist alles gut, aber wehe er möchte etwas machen, was das Pferd nicht möchte…

Was solltest Du nicht tun?

Zeige deinem Pferd auf keinen Fall „dass du der Boss bist!“ Das funktioniert nicht. Denn ein Pferd, welches Angst hat, wird mit Einschüchterung auch nicht sicherer. Chef sein wollen, indem man Zwang anwendet, das wird nichts. Das mag vielleicht kurzfristig funktionieren, da das Pferd einfach der Situation entkommen möchte. Doch auf Dauer wird es sich immer mehr entziehen. Es wird sich wehren und vielleicht will es auch irgendwann nichts mehr mit dir zu tun haben wollen. Da es den Stress und die Angst mit dir verbindet. Stell dir vor, du sollst von einem Sprungturm im Schwimmbad springen, hast aber Angst davor. Nun zerrt dich eine Freundin dort hinauf und schubst dich herunter. Wie wird euer Verhältnis in Zukunft sein? So ähnlich geht es vielen Pferden mit dem Hänger Verladen. Mit Druck geht es vielleicht heute noch herein, doch durchschaut es die Situation und die nächsten Male wird es immer schwieriger. Denn anstatt zu Verstehen, hat es nur gelernt: „Dieses Mal habe ich es noch überlebt, aber das nächste Mal gehe ich da nicht mehr hinein!“

Was auch nicht funktioniert…

Wirst du wütend und dabei laut und aggressiv, zeigst du deinem Pferd nur allzu deutlich, dass du der Kategorie „Raubtier“ angehörst. Sein Vertrauen schwindet immer mehr, denn ein Fluchttier möchte auf gar keinen Fall das machen, was ein Raubtier möchte. Ein Beutetier wird genau das Gegenteil tun wollen. Identifiziert ein Pferd ein Raubtier möchte es flüchten, denn um vor der Gefahr davon zu laufen, dafür hat sie die Natur gemacht. Geht das nicht, kommen zwei weitere Verhaltensweisen. 1. Kämpfen: bedrängen, überrennen, beißen, steigen und bocken. 2. Verstecken: sie verhalten sich ganz still und unauffällig und möchten sich nicht mehr bewegen, ignorieren alle Anweisungen und verkriechen sich in ihr Schneckenhaus. Das erkennt man oft an dem schläfrigen Blick, den diese Pferde jetzt bekommen. Steigt ihr innerlicher Druck weiter, werden diese Pferde irgendwann „explodieren“ und kommen dann in einen extremen Kampf- und Fluchtmodus.

Das Verhalten von Pferden verstehen lernen

Der einzige, allumfassende Grund, warum Pferde das alles machen ist – sie verstehen nicht, was der Mensch von ihnen möchte!!! Pferde sind von Natur aus so gutmütige Tiere. Mit welchem anderen Fluchttier kann man das alles machen, was man mit diesen wunderbaren Tieren alles vollbringen kann? Menschen sprechen Menschensprache – und Pferde sprechen Pferdesprache – so einfach ist das. Menschen sind sehr verbal und Pferde kaum. Wie oft hörst du dein Pferd täglich, das es irgendwelche Geräusche macht? Reden Pferde viel verbal mit anderen Pferden? Und du, sprichst du häufig mit deiner Stimme zu deinem Pferd und redest du verbal täglich mit anderen Menschen? Also wir sehen, da gibt es riesengroße Unterschiede. Das Verhalten von Pferden ist, sie sprechen fast ausschließlich mit ihrem Körper. Es ist sogar so, dass sie ständig etwas zu sagen haben. Untereinander verstehen sie sich perfekt. Jedes Herdenmitglied versteht was das andere Pferd ausdrücken möchte. Auch bei uns Menschen sprechen sie permanent mit allen Körperteilen und durch ihr Verhalten zu uns. Leider haben wir in der Reitschule nicht gelernt, was sie uns wirklich sagen wollen. So folgt eine Fehlinterpetation der nächsten…ja, leider ist das oft so.

Möchtest du die Pferdesprache verstehen lernen?

Das ist die einfachste und effektivste Art das Verhalten von Pferden zu verstehen. Es ist viel einfacher, dass das intelligentere Wesen die „Sprache“ des anderen erlernt, anstatt dem weniger intelligenten zuzumuten, die eigene Sprache lernen zu müssen…Der beste Schritt ist, den kostenlosen Pferdesprache Guide herunterzuladen und erste Einblicke in die Körpersprache-Welt der Equiden zu gewinnen. Viel Spaß dabei 🙂

 

 

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Pferdesprache Guide - Was Körpersprache und Verhalten verraten
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One comment on “Verhalten von Pferden

  1. Ein sehr wichtiges Thema!

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