Pferde richtig loben

Pferde richtig loben – mit Halsklopfen, Stimme oder Leckerchen?

Wie soll man denn nun Pferde richtig loben? Ist es das „auf den Hals klopfen“ oder das „mit der Stimme loben“? Viele meinen auch das „Füttern von Leckereien“ sei die Methode, um ein Pferd zu loben. Aus der Sicht des Pferdes sind allerdings ganz andere Dinge von Wichtigkeit und führen bei ihm zu dem Verständnis, die es die von uns gewünschten Aufgaben gut machen lässt!

Auf den Hals klopfen?

Das Halsklopfen ist die Art des „Lobens“, welche Pferde am mindesten als Lob empfinden. Wer Pferde in der Gruppe schon beobachtet hat, konnte feststellen, dass Pferde sich nur dann auf den Hals klopfen, um den anderen weg zu schicken. Dies entweder mit Beißen oder mit dem Schlagen der Hufe! Ein rohes Pferd auf der Koppel würde beim Halsklopfen entweder weg gehen, davon laufen oder mit Gegendruck antworten. Ganz klar, Pferde mögen es nicht am Hals geklopft zu werden! Viele Menschen haben ihr Pferd darauf konditioniert, dass das Halsklopfen bedeutet, dass die Arbeit jetzt zu Ende ist. Da Pferde diese grobe Art und Weise so zu akzeptieren gelernt haben wehren sie sich nicht dagegen und ertragen es.

Das Pferd streicheln!

Bleiben wir bei den Pferden, die in einer Gruppe zusammen gehalten werden. Was machen denn die, wenn sie einem ihrer Kollegen ihre Zuneigung bezeugen wollen? Richtig – sie kraulen sich! Sie stehen sich gegenüber und kraulen sich gegenseitig am Mähnenkamm, Widerist, Rücken und der Kruppe. Das sind genau die Stellen, an die sie selbst nicht heran kommen. Sie kraulen sich zuerst vorsichtig und dann kann es auch recht intensiv und herzhaft werden. Nehmen wir doch die Idee der Natur auf und kraulen unser Pferd am Widerist, wenn es beim Reiten seine Sache gut gemacht hat!

Mit der Stimme loben?

Da wir Menschen sehr verbal sind, meinen viele, sie müssten mit ihrem Pferd während des Trainings permanent reden. Das hört sich dann ungefähr so an: „auf geh schon – Galopp – hopp – los – hör doch auf – was soll das – langsam – brrrr“ und so weiter und so weiter…Hat das Pferd was gut gemacht werden die Leute oft laut. Doch was soll das bitte bewirken? Pferde sind Tiere mit wenigen verbalen Äußerungen. Sie verwenden ihre Stimme kaum und wenn, dann mit ganz bestimmten Lauten, wie beispielsweise einem Begrüßungswiehern, einem Einsamkeitswiehern oder einem Quitschen, kommt ein anderes Pferd zu nahe. Das bedeutet, das Gerede der Menschen versteht das Pferd nicht. Es verwirrt es eher, stumpft es ab oder macht es sogar ängstlich. Benutzen Menschen ihre Stimme zu viel, geht das auf Kosten der eigenen Körpersprache und genau auf diese reagieren Pferde am besten.

Gekonnt mit Stimme loben!

Die Stimme verrät die Stimmung des Menschen. Ganz besonders Pferde erkennen unsere Stimmung anhand unserer Stimmlage und noch viel mehr anhand unserer Körpersprache. Werden wir uns unserer Wirkung der Stimme bewusst! Wir können mit langsam und sanft gesprochenen Wörtern unserem Pferd durchaus ein positives Gefühl vermitteln. Das heißt keine ständige Bombardierung mit vielen schnell und gar laut gesprochenen Worten oder Geräuschen. Sanft soll es sein, freundlich gedehnt und nur ein bis drei Worte am Stück. Am besten verwendet man immer die gleichen Worte und wirklich nur dann, wenn etwas besonders gut war. Ich persönlich verwende ein freundlich gedehntes „feiiiin“ in besonderen Momenten und meine Pferde lieben es und strengen sich danach noch mehr an.

Loben mit Leckerchen?

Manchmal sieht man Pferdeleute mit einem Beutel voller Leckerchen am Gürtel. Damit füttern sie ihr Pferd, sobald es etwas Gewünschtes gemacht hat. Doch leider erziehen sie sich so schnell ein bettelndes respektloses Pferd. Das Pferd führt dann die Übungen nur noch wie antrainierte Tricks aus. Es denkt dabei nicht mehr an die Aufgabe, sondern nur noch an die Belohnung, wird ungeduldig und stupst den Menschen. Ja, es kann sogar so weit kommen, dass es zu Beißen anfängt, wenn es seine Möhre oder seinen Keks nicht gleich bekommt. Natürlich besteht es dann auch darauf, nach jeder Kleinigkeit seine „verdiente“ Belohnung zu bekommen! Das Resultat ist dann bestenfalls ein „dressierter Affe“.

Richtiges Geben von Leckerchen!

Mit dem sachgemäßen Geben von Leckerchen kann man Pferde richtig loben und auch viel erreichen! Hier ist eben sehr sehr entscheidend, zu wissen wie und wann. Das allerwichtigste ist der unumstößlich vorhandene Respekt des Pferdes. Die Rangordnung muss eindeutig geklärt sein. Der Mensch ist das „Leittier“ und bestimmt, wann es den Keks bekommt. Das Pferd bekommt das Futter nur bei großem Engagement und dann auch nicht immer. Das Pferd soll die Aufgabe nicht nur wegen der Belohnung ausführen. Bei neuen Übungen kann man nach erfolgreicher Ausführung sehr gut mit einem Leckerchen belohnen, dies sollte dann aber nach und nach reduziert werden. Auch muss man die Belohnung nicht immer aus der Hand geben. Man kann ein Stückchen Möhre auch auf einen Gegenstand legen und das Pferd dorthin führen. Und immer daran denken: respektvoll!

Loben durch Pausen und Neutralität

Allerdings gibt es noch eine Methode des Lobens, die uns Menschen nicht sofort in den Sinn kommt. Doch genau diese ist die wichtigste, beste und effektivste Art unseren Pferden Anerkennung zu zeigen. Es sind die Pausen und die Neutralität. So kann man Pferde richtig loben! Und damit befassen wir uns im nächsten Artikel…

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